Die Terrariumeinrichtung

Noch bevor du dir eine Schlange aussuchst, solltest du das Terrarium einrichten. Bevor dein neuer Königspython einzieht, solltest du das Terrarium 1-2 Wochen „trocken“ laufen lassen, um zu sehen, ob auch alles so funktioniert, wie es sollte. Bei der Gestaltung der Einrichtung sind deiner Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt, jedoch gibt es ein paar Punkte, die man beachten sollte:

1. Schlangen sind kaltblütig. Das heißt, sie nehmen die benötigte Wärme durch die Umgebung auf. Es ist also darauf zu achten, dass dein Königspython Terrarium gut beheizt ist. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Einen kannst du mit Heizmatten* für ein angenehmes Klima schaffen. Ich persönliche finde diese Option nicht unbedingt empfehlenswert. Grund sind möglicher Hitzestau unter dem Bodengrund und eine Feuergefahr. Erhitze Holzspäne lange genug und irgendwann fangen diese an zu brennen. Der viel gelobte Elstein Wärmestrahler* ist meines erachtens bei einem Königspyhton nicht notwendig. Bei der Königspython Haltung kommt es nicht auf UV-Licht an, da die Schlange dies nicht zwingend benötigt und der Elstein ein wahrer Luftfeuchtigkeitskiller ist, was die Schlange wiederum dringend benötigt. Ich würde daher lieber mit einer einfachen Lichtquelle die benötigte Wärme erreichen wollen. Ein normaler Spotstrahler erzeugt genug wärme, um dem Tier die notwendigen 30 – 35 Grad zu gewährleisten (hierzu gleich mehr). Aber auch hier streiten sich die Geister und eine perfekte Lösung, die von allen anerkannt wird, wird es wohl nie geben.

Bei der Temperatur sind noch ein paar Dinge zu beachten. Man sollte die Temperaturen den Jahreszeiten der Schlange anpassen und für ein leichtes Temperaturgefälle im Terrarium sorgen, damit die Schlange sich ihre jeweils bevorzugte Wärmequelle selbst aussuchen kann. Prinzipiel ist auch zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden. Die Idealwerte Tagsüber lieben bei etwa 28 – 32 Grad liegen und Nachts auf etwa 25 – 28 Grad fallen. In den simulierten Wintermonaten (Oktober – Januar), die im Terrarium nur ein paar Wochen sind und die Schlangen auf die Paarung einstimmen, kann die Nachttemperatur auf bis 22 Grad fallen. Tagsüber sollte die normale Temperatur laut Fachliteratur beibehalten werden.

2. Schlangen brauchen eine für unser Empfinden hohe Luftfeuchtigkeit. Genauer 50 – 80 %. Jedoch natürlich nicht über den Tag hinweg wechselnd. Wenn man das Terrarium alle zwei – drei Tage mit Wasser besprüht (bitte warmes und nicht kaltes Wasser), sollten sich diese Werte leicht einhalten lassen. In dem Versteck* der Schlange (ein mit Moos ausgelegtes blickdichtes Gefäß) sollten hier die Höchstwerte herrschen, während es im Terrarium selbst ruhig bei 50 – 60 % Luftfeuchtigkeit bleiben kann. Was die Schlange an Feuchtigkeit braucht, findet sie in ihrem Versteck, wo sie sich sowieso die meiste Zeit aufhalten wird. Dieses Versteck ist von elementarer Bedeutung bei der Einrichtung und darf auf keinen Fall fehlen!

Schlangenversteck

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3.Verstecke sind für den Königspython wichtig. Neben dem gerade erwähnten Versteck braucht die Schlange, da sie ein sehr scheues Tier ist, weitere im Terrarium verteile und in verschiedenen Wärmezonen ansässigen Verstecke. Nicht jedes Versteck muss meiner Ansicht nach zwangsweise mit Moos ausgekleidet sein. Eine Baumwurzel reicht teilweise auch schon völlig. Nur sollte die Schlange jederzeit die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen. Drei Verstecke sind finde ich die perfekte Menge. Eins etwas erhöht (die Schlange ist ein miserabler Kletterer, als nicht an der Decke!) und zwei weitere direkt auf dem Boden. Verschiedene Größen sollten die drei Verstecke auch haben. Zwar mag es die Schlange prinzipiell sehr eng, jedoch finde ich, dass es auch mal zur Abwechslung etwas geräumiger sein darf. Aber das sind wahrscheinlich nur diemenschlichen Ansichten, die hier zum Ausdruck kommen.

4. Wasserschale nicht vergessen! Die Wasserschale ist aus drei Gründen extrem wichtig. Einerseits braucht auch ein Königspython selbstverständlich Wasser zum Leben, zweitens sorgt eine Wasserschale für zusätzliche Luftfeuchtigkeit (bitte nicht direkt unter einem Strahler) und letztens ist die Wasserschale ein super Indikator für den Gesundheitszustand des Tieres. Ein Königspython wird sich aus Lust und Laune wahrscheinlich nie in die Wasserschale legen. Wenn er das tut, kann man sich recht sicher sein, dass etwas nicht stimmt. Entweder ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, was man sofort ändern sollte, oder die Schlange ist von Milben befallen, was auch sofortiges Handeln erfordert. Generell sollte das Wasser täglich gewechselt werden. Man will selbst ja auch kein abgestandenes Wasser trinken.

5. Der passende Bodengrund. Eines der wohl am häufigsten Themen ist der richtige Untergrund für das Terrarium. Hier muss jeder wissen, wie er es am liebsten hätte. Alle Untergründe haben Vor- und Nachteile. Pinienstreu ist recht angenehm, Holzspäne wird auch häufig verwendet. Von Sand rate ich allerdings ab. Je nach Sandkorngröße kann es passieren, dass sich der Sand unter die Schuppen der Schlange schiebt und das kann zu Entzündungen führen. Es ist zu beachten, dass dunkler Untergrund zwar meistens schöner in das Terrarium passt, man aber Kot und Urin auf hellem wesentlich besser sieht. Da man Ausscheidungen immer sofort entfernen sollte, ist in dieser Hinsicht ein heller Untergrund zu empfehlen.

Das wären die wichtigsten Punkte bei der Einrichtung des Königspython Terrarium. Viel spaß bei der Gestaltung!

 

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