Krankheiten

Wenn man eine Schlange als Haustier hält, wird es früher oder später passieren, dass diese krank wird. Darum hier mal eine kleine Zusammenfassung zu dem Thema Krankheiten aus Stefan Broghammers Buch über Königspythons* über die meisten Erkrankungen und wie man sie am besten behandelt. Diese Informationen sollen dir jedoch nur dazu Dienen, die Probleme frühzeitig zu erkennen! In jedem Fall ist bei einer Erkrankung des Tieres umgehend ein fachkundiger Reptilienarzt aufzusuchen.

1. Milben

Milben sind widerliche kleine Blutsauger, die dem Königspython gefährlich werden können. Ein klares Anzeichen für einen Milbenbefall ist es, wenn der Königspython sich oft und lange in der Wasserschale aufhält. Man erkennt den Befall an den kleinen schwarzen Punkten (den Milben) am Körper der Schlange. Häufig an den Augen und am Unterkiefer. Sie können aber auch an anderen Stellen auftreten. Kleine weiße Punkte (Milbenkot) auf dem ganzen Körper der Schlange sind ein weiteres Zeichen für Milbenbefall.

Wird der Milbenbefall nicht behandelt, kann die Schlange an dem Blutverlust durch die Parasiten sterben! Desweiteren übertragen Milben Krankheiten wie beispielsweise IBD. Darüber weiter unten mehr.

Bekämpfung: Die Parasiten wird man am Besten mit Insektenstrips (Wirkstoff: Dichlorvos) wieder los. Diese in einem Strumpf mindestens eine Woche in das Terrarium hängen. Bei der Größe des Strips ist darauf zu achten, dass er nicht zu groß oder zu klein ausfällt. Falls er zu groß ist, kann man die Schlange vergiften und wenn man ein zu kleines Stück nimmt, zeigt es nicht den gewünschten Effekt. Hier am Besten mit den Terrariummaßen in den Fachhandel gehen und sich vom Experten ein passendes Stück zuschneiden lassen oder zu einem Tierarzt gehen. Während der Behandlungszeit sollte man nicht in dem gleichen Zimmer schlafen (falls das Terrarium im Schlafzimmer steht), da es für den Menschen auch gesundheitsschädlich sein kann. Eine Andere Ansicht dazu ist, dass diese Strips (z.B. Detia*) zwar sehr effizient sind, jedoch nicht für die Anwendung im besetzten Terrarium gedacht sind, da sie zu giftig sind und die Tiere während dieser Zeit in einem Quarantänebecken untergebracht werden müssen. Dort während der Zeit mit Mitteln wie z.B. Frontline behandeln. Es gilt auch bei Milben, obwohl sie, wenn rechtzeitig erkannt, noch zu den harmlosesten Problemen gehören, dass ein Facharzt aufgesucht werden sollte, der einem bei der Dosierung und Anwendung behilflich ist, wenn man sich nicht sicher bei der Anwendung ist. Wie ihr die Mittel handhabt, ist euch überlassen. Denkt jedoch daran, dass es sich um Gift handelt und nicht irgendein Homöopatisches Mittel! In der falschen Dosierung ist es sowohl für euch, als auch für eure Zöglinge sehr gefährlich. Die Verwendung ist prinzipiell auf eigene Gefahr und es wird von mir keine Haftung für eventuelle Schäden übernommen!

Hier mal noch die Ratschläge von M&S Reptilien* zum Thema Milbenbekämpfung:

2. Einzeller

Bei Einzellern wie Amöben lässt sich wie bei Würmern und anderen inneren Parasiten auch nur mithilfe einer Kotuntersuchung z.B. bei reptilienlabor.de (liegen etwa bei 20€ – 60€ je nach Untersuchung) Gewissheit verschaffen. Die Behandlungen sind sehr speziell und erfordern die fachkundige Betreuung eines Tierarztes.

3. Würmer und andere innere Parasiten

Bei gezüchteten Tieren sind diese Krankheiten eher selten, jedoch nicht ausgeschlossen. Sie lassen sich nur durch eine Kot Untersuchung bestätigen. Sollte die Probe positiv ausfallen, ist unverzüglich ein Facharzt aufzusuchen.

 4. Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung spiegelt direkt schlechte Haltungsbedingungen wieder. Schlechte Lüftung, zu niedrige Luftfeuchtigkeit oder ein Standort in Zugluft sind Ursachen dafür. Eine verklebte Zungenspitze, eine etwas dickerer Hals und Atemgeräusche deuten auf eine Lungenentzündung hin. Auch hier ist ein Facharzt aufzusuchen, da eine Lungenentzündung mit Antibiotika behandelt werden muss. Die Haltungsbedingungen sind selbstverständlich auch umgehend anzupassen.

 5. Magen-Darm-Erkrankung

Schleimiger Kot und das wieder hoch würgen der Nahrung sind klare Anzeichen dafür. Ein Arzt muss auch hier umgehend zu Rate gezogen werden und die nötige Behandlung einleiten. Das Tier darf auf keinen Fall kurze Zeit nach dem „erbrechen“ erneut gefüttert werden. Erst wenn die Behandlung abgeschlossen ist, darf wieder gefüttert werden.

 6. IBD

IBD steht für Inclusion Body Disease und äussert sich in Gleichgewichtsverlust und a-typisches Verhalten wie Verdrehungen des Tieres. Eine Behandlung gibt es nicht und eine klare Diagnose kann nur der Facharzt stellen. In jedem Fall führt die Erkrankung zum Tod des Tieres. Die Krankheit ist soweit ich weis sehr ansteckend und sollte man mehrere Königspythons in einem Terrarium halten, sind diese unverzüglich zu trennen und in Quarantäne zu stecken, um eine Ausbreitung zu verhindern.

 

Bei diesen möglichen Erkrankungen ist es daher wichtig bereits bei der Anschaffung der Schlange einen fachkundigen Reptilienarzt in der Nähe zu kennen, damit bei einer möglichen Erkrankung schnellstmögliche Hilfe geleistet werden kann.

Anzeige:

 

 

VN:F [1.9.22_1171]
Bitte bewerte den Artikel:
Rating: 5.0/5 (4 votes cast)
Krankheiten, 5.0 out of 5 based on 4 ratings



* Affiliatelink