Zucht

Wenn man eine weile Schlangen und im besonderen Königspythons gehalten hat, kommt man auch auf den Gedanken die Schlangen zu verpaaren. Bei der Königspython Zucht gibt es jedoch ein paar Dinge zu beachten:

1. Es müssen Männchen und Weibchen vorhanden sein. Das hört sich vielleicht lächerlich an, doch ist die Geschlechterbestimmung meiner Ansicht nach bei Schlangen alles andere als einfach. Äusserlich lässt es sich nicht bestimmen und eine Sondierung ist für Privatpersonen in der Regel nicht durchführbar. Also entweder beim Kauf explizit darauf achten, welches Geschlecht die Schlange hat und sich dies bescheinigen lassen, oder einen Tierarzt das Geschlecht bestimmen lassen.

2. Wie bei vielen Säugetieren auch, paaren sich Reptilien meist nur zu bestimmten Jahreszeiten. Beim Königspython verhält es sich ähnlich. Das offensichtliche Problem bei der Terrarienhaltung ist, dass es ein in sich geschlossenes Macroklima darstellt, in dem die normalen Jahreszeiten in der Regel nicht nachsimuliert werden. Wer also Königspythons züchten will, muss diese Jahreszeiten simulieren. Genauer gesagt muss der Winter simuliert werden. Also die Temperatur für 6 – 10 Wochen am Jahresende leicht senken. Hier sollte die Temperatur nachts von den bisherigen 26°C – 28 °C einfach um 1- 2 °C (aber nicht kühler) heruntergefahren werden. Tagestemperatur von 30°C + wird beibehalten.

3. Das Kampfgewicht des Weibchens sollte mindestens 1500 g betragen. Und dies stellt meiner Ansicht nach den absoluten minimum Gewicht dar. Mehr ist auf jeden Fall empfohlen.

4. Haltet man die Tiere in verschiedenen Terrarien, setzt man das Männchen zu dem Weibchen ins Terrarium. Männchen sind in der Regel wie der Mann auch, mehr an der Paarung interessiert. Weibchen verbringen gerne mal etwas Zeit damit, das neue Zuhause zu begutachten, statt sich zu Paaren.

5. Fressen im Winter findet in der Regel nicht statt. Daher ist es wichtig, dass die Tiere gut genährt in die Paarungszeit kommen.

6. Nicht jedes Männchen passt zu jeder Frau. Wenn eine Paarung nicht stattfindet, kann das auch an antipathie liegen. Nicht jede Schlange paart sich zwingend mit dem vorgesetzten Partner. Falls es nicht klappt einfach im darauf folgenden Jahr erneut probieren.

7. Wenn das Weibchen nun trächtig geworden ist, ist es wichtig ihm genügend große Verstecke (es nimmt schließlich enorm zu) und ausreichend warme stellen anzubieten. Lokal können diese ruhig auf 34°C ansteigen. Kühlere Regionen sollten aber nicht vernachlässigt werden!

8. Die Trächtigkeit beträgt im Normalfall etwa 3 – 4 Monate. Also wenn sich die Tiere im Dezember gepaart haben, findet die Eiablage etwa im April bis Mai statt.

9. Feuchtigkeit. Sollte man die Eier im Terrarium ausbrüten lassen, so ist auf eine erhöhte Luftfeuchtigkeit im Unterschlupf zu achten. 90% und mehr  ist hier empfohlen. Sonst können die Eier schaden nehmen.

10. Inkubator. Ich persönlich erachte es nicht als notwendig, die Eier in einem Inkubator auszubrüten und würde sich den Königspython selbst darum kümmern lassen. Schließlich will man in einem Terrarium die Natur ja möglichst genau nachbilden. Jedoch sind die Erfolgsaussichten wesentlich höher, wenn man die Eier in einen Inkubator legt. Nimmt man der Schlange die Eier weg, so ist dies äusserst vorsichtig zu tun, da die Schlange normalerweise um die Eier gewickelt ist.

11. Die jungen Schlangen schlüpfen nach etwa 60 Tagen. Das Jungtier Terrarium sollte wie auch der Unterschlupf während der Brutzeit eine erhöhte Luftfeuchtigkeit haben. Nie sollte sie unter 85% fallen. Es können durchaus mehrere Jungtiere in einem Terrarium gehalten werden. Wie auch bei dem normalen Königspython Terrarium müssen die Grundgegenstände wie Wasserbecken, Verstecke zur Verfügung gestellt werden. Die kleinen werden verhältnismäßig mehr dreck machen, als die ausgewachsenen Tiere. Daher sollte man einen leicht zu reinigenden Untergrund wählen. Jungetiere sollen auch gerne klettern. Es können also auch durchaus ein paar Zweige im Terrarium sein.

12. Die erste Fütterung der Tiere findet nach der ersten Häutung (etwa nach 20 Tagen) statt. Hier sollte auch wie bei ausgewachsenen Tieren die Nahrungsgröße an die Tiergröße angepasst sein. Also Babyschlangen bekommen Babymäuse.

Soviel zur Königspython Zucht. Sollte ich was wichtiges vergessen haben, oder sich noch Fragen ergeben, einfach eine schreiben.

 

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